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Sonntag, 13. April 2014

latte

...nein, nicht die am morgen, sondern die mit kaffee vermischte aus der braubachstraße. sehr lecker, herrlich kaffee-ig, der milchschaum stabil, fest und cremig, und das ganze wird in einer schlichten französischen boule (kaffeeschale) serviert.

...so muss milchkaffee sein: heiß und lecker!
 
ich mach' ja ungern schleichwerbung, aber das "bitter und zart" hat immer noch den besten caffè latte der stadt. prädikat: empfehlenswert!
 
 

Montag, 24. März 2014

buchempfehlung

neuer lieblingssatz:
"verfolgte die gesellschaft das ziel, menschen zu bilden und nicht nur unter gesichtspunkten ökonomischer nützlichkeit zu beschulen, wäre es wohl weniger wahrscheinlich, dass sie mit fadenscheinigen begründungen übereinander herfallen und massenhaft leben und unersetzliche kulturgüter vernichten, dringend erforderliche vereinbarungen zum schutz von klima und umwelt vereiteln oder sich sträuben, den export von waffen zu verbieten, die völkermord, verbrechen gegen die menschlichkeit oder kriegsverbrechen ermöglichen könnten."

die ideale von humanismus und aufklärung sind so etwas von out... der verfasser nennt die dinge klar beim namen. darum will ich ihn hier auch in aller deutlichkeit benennen: der oben zitierte satz stammt aus "hybris" von meinhard miegel (u. a. "epochenwende"), einem lesenswerten werk. zu haben unter der isbn 978-3-549-07448-0 überall dort, wo es bücher gibt.
 
 

Samstag, 8. Februar 2014

zeit für helden...

...ist heute abend bei arte: um 21:45 h startet teil 2 der doku superheroes. diesmal geht es um die flaute nach dem krieg und das thema "macht schafft verantwortung" (wiederholung am 20.02. um 01:15 h).

teil 3 wird am 15. februar zur gleichen zeit gezeigt.
  
  

Donnerstag, 24. Oktober 2013

schnappatmung

komme gerade von meinem berliner lieblingsitaliener, den bauch voll mit bistecca alla griglia und einer leckeren süssen zabaglione hintendran.
heute abend dann noch - hoffentlich guten - fußball...
was bin ich doch einfach zufriedenzustellen ;-)

Montag, 9. September 2013

bye, bye, sommer (2)...

am ende eines grauen, verregneten wochenendes beschlossen, endlich mal den kamin in betrieb zu nehmen...


gesagt, getan: selbst ein paar zusammengeknüllte olle uralt-rechnungen als probe-brennlauf zaubern in nullkommanix gemütlichkeit und wärme herbei. am wochenende muss ich dann wohl oder übel in den baumarkt, kaminholz holen.
fehlt dann nur noch jemand zum kuscheln... ;-)
  
  

Sonntag, 8. September 2013

heute mal im café...

...mozart: eigentlich bin ich da seit jahren schon wiederholungstäter. das "mozart" in der töngesgasse ist eines der letzten "alte-tanten-cafés" in frankfurt und ein wohlbewährter anlaufpunkt für mittags- und nachmittagsstunden, von denen man eigentlich nicht so richtig weiß, wie (und mit was oder wem) man sie verbringen soll. obwohl das der qualität dieses ortes eigentlich unrecht tut: die tortenauswahl ist groß, die torten selbst solide handwerkskunst - nichts überkandideltes, extravagantes, dafür aber gleichbleibend gut auf ordentlichem niveau, die auswahl an warmen gerichten ist ebenfalls reichhaltig für ein café und lässt keine wünsche offen, könnte für meinen geschmack jedoch auch etwas geringer ausfallen. à-propos geschmack: den hatte die heute von mir ausgewählte "grie soß' mit bratkartoffeln und vier halben eiern" reichlich, sowohl die grüne sauce selbst, die anscheinend völlig mayonnaisefrei (die kalorienzählerInnen wird's freuen) und ausdrucksstark kräuterig-grün daherkommt, als auch die dazu gereichten bratkartoffeln, die im gegensatz zu den sonst üblichen salzkartoffeln die sache ungemein bereichern. das frankfurter traditionsgericht ist ja weit verbreitet - genauso weit gefächert ist aber auch das qualitätsspektrum, in dem dieses ehemalige arme-leute-essen dargeboten wird. der mozart-variante kann ich jedenfalls bescheinigen: sehr lecker!

eine "grie' soß'", die den namen auch verdient...

zur location: die töngesgasse als parallele zur fußgängerzone "zeil" ist gleichzeitig auch so etwas wie die akustische flaniermeile frankfurts... was durchaus ansprechend sein könnte, wäre die gebotene kost nicht so eintönig und vorhersehrbar: neben dem obligatorischen porsche-näseln gibt es zur abwechslung nur das nervõse brüllen hochdrehender italienischer motoren, die hörtechnisch eher an in die enge getriebene rindviecher erinnern denn an hubraum... das wohldosierte entspannte tiefe blubbern eines big block (v8) z. b. sucht man vergeblich, offensichtlich zieht es die corvettefahrer (und auch die vertreter anderer gutmotorisierter marken) woanders hin.
das spektakel beobachten kann man wunderbar auf den außenplätzen, die i. d. r. von rauchern frequentiert sind. drinnen herrscht rauchverbot und eine atmospähre, die von der glastheke mit den zahlreichen tortenvariationen dominiert wird. die mit dunkelrotem kunstleder bezogenen sessel sind ausladend und gemütlich, die tische zwar eher klein, aber das tut dem ganzen keinen abbruch, und das publikum bunt gemischt - von den obligatorischen seniorinnen bis hin zu jungen familien mit firsch geschlüpftem nachwuchs: ein gemütlicher ort für jedermann/-frau. gerne wieder!
 
 

Samstag, 6. Juli 2013

eine frage der kultur

bernd schlömer von der piratenpartei antwortete auf die frage der frankfurter allgemeinen sonntagszeitung, welchen comic er als kind gelesen habe, dass er kaum welche gelesen, dafür aber "captain future" geschaut habe - das sei seine lieblingszeichentrickserie gewesen.

das macht den mann ja fast sympathisch...
  
zur kompletten frageserie geht es hier: > click <
  
  

Mittwoch, 26. Juni 2013

geschmacksverirrung

...steht heute auf'm speiseplan der kantine doch tatsächlich "matjesfilet mit hausfrauensoße und bratkartoffeln (hessische spezialität)".

ähm... hausfrauensoße?
igitt, die schmeckt bestimmt nach kittelschürze...
  
  

Donnerstag, 20. Juni 2013

frankfurt...

...nach stadtteilen klassifiziert:


(c): stadtkindFFM

p. s.: bin grad' von "eintracht" weg nach "äppler" gezogen... aber sie bleibt natürlich tief in meinem herzen, die eintracht ;-)
  
  

Sonntag, 9. Juni 2013

fremde federn

sein blick ist vom vorrübergeh'n der stäbe
so müd' geworden, daß er nichts mehr hält.
ihm ist, als ob es tausend stäbe gäbe
und hinter tausend stäben keine welt...

der weiche gang geschmeidig starker schritte,
der sich im allerkleinsten kreise dreht,
ist wie ein tanz von kraft um eine mitte,
in der betäubt ein großer wille steht.

nur manchmal schiebt der vorhang der pupille
sich lautlos auf... dann geht ein bild hinein,
geht durch der glieder angespannte stille -
und hört im herzen auf zu sein.
 
rainer maria rilke, "der panther"
  
  

Sonntag, 2. Juni 2013

heute mal im café...

..."bitter und zart": nachdem ich eine ganze weile nicht dort gewesen war, obwohl das eigentlich mein lieblingscafé ist, die so extrem leckeren süßkram haben und ich die plüschige retro-atmosphäre inclusive 20/30er-jahre-musik mag, habe ich heute meinen alten herrn mal wieder hingeschleppt.

die breite fensterbank lässt viel platz für zeitungen,
handy und schlüssel

den milchkaffee gibt's leider nicht in groß, dafür ist er besser als sonstwo, denn im gegensatz zu anderen cafés schmeckt er hier nicht so bitter, sondern herrlich kaffee-ig und milchig. und die kleinen süßen köstlichkeiten wie dieses himbeer-tartelett (die himbeeren sind übrigens frisch und nicht aus der tk-truhe) haben diese bezeichnung durchaus verdient.

hmmm... lecker!

positiv ist auch, dass die einstmals großen tische - wo man gezwungen war, sich notgedrungen mit anderen leuten zu fraternisieren, um unterzukommen - gegen kleine ausgetauscht wurden. das ist ein dickes plus und lädt ein zum öfters wiederkommen als geplant...
  
  

Montag, 20. Mai 2013

chapeau...



da sage ich nur "...hut ab!"
(frankfurt mal anders: "kalipo - fractal" / gesehen bei youtube)
  
 

Montag, 13. Mai 2013

...eklatant provokant, oder: "proll-tv"

heute mal wieder einen disput mit meinem alten herrn gehabt - über fernsehen und gesellschaft. der anlass war, dass ich böse kommentare zu einer rtl-sendung machte, wozu mein vater erklärte, dass ihn diese sendung gar nicht störe, da er sie nicht bemerke.

tja, da hat er gut reden mit seinen 80 jahren - klar muss ihn eine menge nicht mehr wuppen... meiner einer jedoch stört sich immer wieder mal daran, dass ein paar sender (rtl, sat1, pro7) durch die hochstilisierung von proletentum zu kultstatus, wie es bei diesen sendern oftmals üblich ist, konstant zur volksverdummung beitragen (meine meinung). das witzige daran: diejenigen, die solche sendungen ganz klar als "proll-tv" erkennen, sind nicht unbedingt in der mehrheit (tendenz eher sinkend)...

laut meinem alten herrn war das fernsehen schon immer blöd und deswegen harmlos. in meinen augen ist der proll-kult jedoch eher gefährlich: in den 80ern war das bildungsniveau der bundesrepublikanten weitaus höher als heute (das behaupte ich jetzt einfach mal so, weil ich fast tagtäglich erlebe, dass die nachrückenden generationen mit allgemeinwissen oder gar korrektem deutsch [grammatik, aussprache, rechtschreibung] eklatante probleme haben und i.d.r. durch universelles "nö, keine ahnung" glänzen, weil man wissen oder können als po(p)pstar ja nicht braucht), und wo prollig und dumm als "kult" empfunden wird, läuft die menge nicht gefahr, bildungslücken durch lernen abzumildern oder gar zu schließen - ergo: sie bleibt also doof und findet das auch noch cool. das sind dann unsere stars von morgen... oder unsere zukünftigen büroangestellten, handwerker, ingenieure und ärzte? letzteres wohl eher nicht ;-)

klar ist das fernsehen nicht an allem schuld, aber wo die glotze heute die kindererziehung übernimmt, weil die eigentlich erziehungsverantwortlichen keinen bock darauf (weil die selbstentfaltung halt auch viel zeit beansprucht) oder keine zeit dafür (weil die niedrigen löhne vorne und hinten nicht mehr ausreichen) mehr haben, sollte man etwas genauer hinschauen, was da genau über die mattscheibe flimmert und was die kids (und auch die erwachsenen!) sich, dergestalt geprägt und beeinflusst - zum vorbild nehmen. fernsehen spiegelt mit seinen programminhalten nicht nur unsere kultur wider (schauerlich!), es prägt uns auch mehr als man denkt (mehr als wir wahrhaben möchten). und es setzt letztendlich heutzutage auch maßstäbe, weil in unserer westlichen welt kirche und/oder kommune, die früher die position der höchsten "moral-instanz" innehatten, oft so gut wie gar nicht mehr wahrgenommen werden - das tv-programm hat nämlich die lücken, die beide hinterlassen haben, klammheimlich gefüllt (und kaum einer hat's gemerkt)...

sollen wir uns also aufregen über das prollige in unserem fernsehprogramm?
eine kontrolle, oder auch die einrichtung einer ununterbrochenen, von morgens früh bis spät in die nacht anhaltenden staatlich verordneten wissensdauerberieselung - also z. b. zwangsweiterbildung mittels schulfernsehen oder langweiliger bbc-dokumentationen anstelle von krimis oder zeichentrickserien - rettet die gesellschaft auch nicht ;-) abgesehen davon wird sich sowieso nix ändern, solange die besagten sender mit dummbatz-inhalten genügend quote - äh, kohle, machen.
aber ein bischen weniger proll-tv und ein paar mehr sendungen "mit hirn" wäre doch ein guter anfang, oder...?
 
  
 

Dienstag, 30. April 2013

"kulturschwund" oder: wo bleibt tv-5 ?

seit geraumer zeit gibt es auf kanal S13 nicht mehr den französischen sender tv-5, sondern das österreichische "servus-tv". nix gegen unsere nachbarn aus ösiland, doch dass der französische kanal einfach so sang- und klanglos abgeschaltet wurde, finde ich übel. denn ich muss gestehen, dass ich immer öfter dessen programme geschaut habe: viele der spielfilme, serien und dokumentationen gab es mit hervorragenden deutschen untertiteln, die einem das verständnis der handlung erleichtert und zugleich das gehör für die sprache geschärft haben. vor allem die klasse polizei- und krimiserien sowie die oft gesellschaftskritischen kanadischstämmigen dokumentationen (beispiel: "cousinades") hatten es mir angetan. überhaupt - frankreich, land der revolution, wo gleichheit, freiheit und brüderlichkeit erfunden wurden, werte, die als vorbild vieler moderner verfassungen gelten, das land, das für kultur an sich (nicht nur in der küche) steht, nicht zu vergessen für die feine lebensart, die rafinesse, die melancholischen chansons, die liebe... ich habe stets irgendwie aufgeschaut zu frankreich.

deutschland und frankreich scheinen in letzter zeit nicht mehr gut aufeinander zu sprechen sein. in einem europa, das sich zunehmend kritischeren herausforderungen stellen muss, ist es jedoch wichtig, zusammenzurücken und zusammenzuhalten, vorurteile abzubauen und zu versuchen, den nachbarn zu verstehen - und das geht am leichtesten, am einfachsten über die fernsehsendungen, weil diese widerspiegeln, wie dieses land und seine menschen "ticken", und uns seine kultur nahebringen.
jetzt also ösiland mit seinen überwiegend dmax-geprägten serien. klar schaue ich dmax, vor allem top gear, die schrauber-shows und die auction-hunter-serie. aber ich vermisse trotzdem mein französisches kultur-fernsehen.
bleibt also in zukunft nur noch das gute alte "arte"...
  
 

Montag, 29. April 2013

stadt, grün (2)

mitten in frankfurt gibt es, gut abgeschirmt hinter hohen mauern, einen kleinen, feinen chinesischen park. und auch noch einen koreanischen - die bilder sind jedoch aus ersterem, dem "chinesischen garten" im bethmann-park:



von links nach rechts bzw. von oben nach unten: tor des himmlischen friedens, stele, jadegürtel-brücke, blick vom wasserpavillion des geläuterten herzens

der park entstand 1989 und wurde 2009 aufwendig instand gesetzt. geöffnet ist er täglich ab ca. 7:00 h, wird abends jedoch abgeschlossen. wer tai-chi in kombination mit "früh aufstehen" mag, kommt hier sonntags morgens auf seine kosten. für alle weniger sportlichen ist es einfach nur schön, durch die anlage zu flanieren und zu schauen, oder die dicken karpfen zu beobachten, die im teich träge umhergleiten...
 
 

Freitag, 26. April 2013

sehenswert

die ausstellung "bauhaus und neues sehen" (kunsthalle darmstadt, noch bis 5. august 2013) zeigt fotografinnen am bauhaus und ihr richtungsweisendes werk. mehr dazu gibt es hier: >click<.
  
 

Sonntag, 31. März 2013

"hannah arendt", versuch einer filmkritik

vorneweg muss ich anmerken, dass ich das buch über den eichmann-prozess gelesen habe, nach ihrem essay über die "banalität des bösen", und dann, weil mich das thema und die denkerin faszinierte, auch die "elemente und ursprünge totaler herrschaft". insofern war ich sehr gespannt auf den film.
zu gespannt vielleicht.

viellleicht ist es die ehrfurcht vor dem stoff, vielleicht auch der versuch, die "arroganz" in den vordergrund zu rücken, die zeitgenossen hannah arendt immer wieder vorwerfen - barbara sukowa bleibt als hauptdarstellerin seltsam hölzern, fast distanziert. eine mit preisen ausgezeichnete schauspielerin, die nach margarethe von trottas ansicht „die einzige schauspielerin ist, bei der sie sich vorstellen konnte, dass sie ihr das zeigen kann: wie jemand denkt“ (zitat: wikipedia.de), flimmert also vor mir über die leinwand, und spontan kommt mir in den sinn: eine brilliante denkerin stelle ich mir irgendwie anders vor. wiederholtes liegen auf dem "lectus lucubratorius" ist da für mich irgendwie nicht aussagekräftig genug.

ich sitze also in diesem film, der vor mir seine handlung entfaltet, und bleibe seltsam unbeteiligt, obwohl ich beteiligt werden möchte, anteil nehmen möchte. ich giere geradezu nach dem versprochenen denkprozess. barbara sukowa greift währenddessen immer wieder zur zigarette, raucht maniriert (ich habe echte süchtige erlebt, mein großvater war so jemand, und wie er beinahe verzweifelt an den glimmstengeln hing, aus ihnen die essenz heraussaugte, das war anders). wie sie agiert und spricht, berührt mich nicht, das schaffen auch nicht die anderen anwesenden deutschen filmgrößen. berührend ist dagegen die musik, die oft einzig und allein die dramatik innerer entwicklungen spürbar macht.
darf ein film über eine großartige denkerin mit einem solch schwierigen thema überhaupt berühren?

gegenüber heidegger spricht hannah arendt davon, dass denken und leidenschaft als zwei völlig voneinander getrennte, gar entgegengesetzte pole aufgefasst werden, so dass die vorstellung eines "leidenschaftlichen denkens" schockierend wäre. aber genau das hat sie in meinen augen getan: leidenschaftlich gedacht. und die welt war schockiert.
ab dem schock fängt der film dann an, sich zu entfalten.

leidenschaftlich wird der film endlich, als barbara sukowa aka arendt ihr flammendes plädoyer für ihren bericht, für ihr buch über den eichmann-prozess hält - dann erst nehme ich ihr das ab, was sie gegenüber heidegger anskizzierte, erst dann wird sie leibhaftig, wahrhaftig, greifbar und fassbar: agnosco vestigia veteris flammae. dann kommt das "unerhörte" 'rüber, das brennende, das brilliante und schockierende. das berührende.

es bleibt trotz der darstellerischen schwächen ein guter film, ein wichtiger film. ein film über ein essentielles thema. ich war zweimal drin, um auch den letzten tropfen ton, den letzten lidschlag bild des dargestellten auszuschöpfen, finde die darstellung nach wie vor schwach, doch ich kann nur jedem empfehlen, sich ihn ebenfalls anzusehen und seine/ihre eigene meinung darüber zu bilden.
  
"hannah arendt" bei imdb: click 
 
  

Montag, 18. März 2013

unter stinkern (2)

selbst die kombination aus tüte und schraubglas kann die unvergleichliche duftnote dieses münster-käses nicht wirksam eindämmen... aber lecker isser, der kleine stinker!
 
liebesgrüße aus frankreich

Donnerstag, 31. Januar 2013

es war einmal...

es war einmal... ein haushaltswarenladen?
als ich noch in bornheim wohnte, war das kein frauen-klamotten-paradies, sondern ein haushaltswarenladen, vollgestopft bis unter die decke mit porzellankram, bestecken, töpfen, glassachen, wäscheständern, bügelbrettern, plastikschüsseln usw. - eben allem, was man so im haushalt braucht. betrieben wurde der laden von einem netten alten herrn und einer netten alten dame, die sich in dem chaos bestens auskannten und jede menge hilfreiche tips und tricks auf lager hatten (z. b. wie dichte ich einen tropfenden wasserhahnanschluss mit werg und hahnenfett ab?), aber vermutlich aus altersgründen und mangels nachfolgern aufgegeben haben.
von dort stammen noch ein paar dinge aus meiner küche - plastiklöffel, das brotmesser, die zitruspresse und andere kleinigkeiten.

schade, dass es den alten laden nicht mehr gibt.
 
 

Samstag, 29. Dezember 2012

filmkritik: "der hobbit - eine unerwartete reise"

...nachdem 2000 der erste teil der "ring"-trilogie in die kinos kam, jetzt also "der hobbit".
tolkien hatte diese geschichte einst für seine kinder geschrieben, und weil sie denen offensichtlich gefiel, entstand mehr daraus und wurde zu dem  fantasy-epos, das neue standards für dieses genre setzte und die welt aufteilte in hdr-liebhaber und solche, die mit dem werk nichts anfangen können. meiner einer gehört übrigens zu den ersteren.

jetzt also "der hobbit". ein märchen, ein abenteuer.
peter jackson, der schon die als "schwierig" geltende nachfolge-trilogie verfilmte, ist wohl mit dem festen vorsatz angetreten, auch diesen vorläufer, koste, was es wolle, bildgewaltig in szene zu setzen. dieses "wollen" merkt man dem fim an: farbenprächtige bilder, die charaktere der einzelnen zwerge individuell gestaltet und unterschiedlich, die fast epische landschaft neuseelands, äh, des auenlandes, und immer wieder szenen mit pathos, die fast ins komische abgleiten.
in diesem märchen, das ein solches ist und auch besser hätte bleiben sollen, enfaltet der regisseur nun eine disneyhaft-quirlige inszenierung, die spätestens bei den holzkonstruktionen der großen trollhöhle an werke wie "hook" oder "die goonies" erinnert: so stellt sich die amerikanische filmindustrie wohl die exotik fremder, mystischer wesen vor. peter jacksons vorstellungen müssen ähnlich gelagert sein - oder zumindest der publikumsgeschmack, der ihn vielleicht dabei geleitet hat; der leichte hauch des depressiven, entrückten, der über den nordischen märchen liegt, von denen tolkien sich hatte inspirieren lassen, ist ihm offensichtlich fremd. nicht, dass sein film deswegen hätte düster sein müssen - nein, er hätte nur ein wenig "echt" wirken müssen, "echt" im sinne von "europäisch". das merkt man auch an den "wargs", den überdimensionalen wölfen, auf denen die trolle und orks reiten - die viecher sollten wohl "böse" aussehen, wirken in ihrem äußeren und ihren bewegungsmustern jedoch unfreiwillig komisch, als wären sie einem barbie-werwolf-film-universum entsprungen.
und so ist der film auch, was er offensichtlich sein will: ein riesengroßes unwirkliches spektakel.

in den letzten 10 jahren entstanden hierzulande erstaunlich ansehnliche märchenverfilmungen wie z. b. "tischlein deck-dich". hier sind die märchen ganz das, was sie eigentlich sind, nämlich "märchen". nicht spektakel. nicht geschichten mit überbordender, sich immer wieder selbst übertreffen wollender sicht auf die welt, wie sie der disney'schen filmindustrie zu eigen ist - sondern einfach gut verfilmte geschichten, die sich zufrieden geben mit dem stoff, aus dem sie gemacht sind und diesen authentisch erzählen. die nicht versuchen, mit übergroßen bildern mehr zu scheinen als das, was sie sind - "märchen" eben.
es ist gerade diese authentizität, die den charme dieser neueren märchenfilme ausmacht und die ich beim "hobbit" vermisse. aber das scheint generell das hauptsymptom zu sein, wenn amerika sich an europas sagenstoff versucht; die gesammelten ritter- und abenteuer-filme der 80er und 90er jahre, die aus den staaten kommen, leiden an diesem dilemma. jetzt also auch "der hobbit".
eigentlich schade.

die "ring"-trilogie, weicht sie auch an einigen stellen von der literarischen vorlage (und sowieso von den bildern, die fans des buches im eigenen kopf davon haben) ab, war alles in allem doch gut gemacht. die hoheitsvollen elben, die schaurig entstellten orks, die episch anmutenden schlachtszenen, der ziemlich treffsicher in szene gesetzte gollum sprechen für sich. man konnte durchaus meinen, jackson hätte von dem stoff des tolkien'schen buches einiges verstanden.
mit seiner verfilmung des "hobbits" beweist er, aus was für gründen auch immer, leider das gegenteil...

"der hobbit - eine unerwartete reise" 
film nach motiven des gleichnamigen buches von j.r.r. tolkien
usa/neuseeland 2012
regie: peter jackson 
länge: 169 min.

zu sehen unter anderem bei: http://www.arthouse-kinos.de/
 
 
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